Polygrafie

 

Polygrafie - was ist das?

Es handelt sich um eine technische Untersuchung mittels eines Gerätes, dass die Atmung im Schlaf aufzeichnet. Das Gerät wird von der Praxis mit nach Hause gegeben und kann ganz einfach selber angelegt werden: Zwei Klettverschlussgurte um Brustkorb und Bauch, ein Fingerclip für die Sauerstoffmessung und eine kleine Nasenbrille zur Messung des Atemflusses.

 

Für wen kommt diese Untersuchung in Frage?  - Atmungsstörungen im Schlaf:

Betroffene leiden häufig unter Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsstörungen oder morgendlichen Kopfschmerzen. Nicht selten wird ein Leistungsknick empfunden, der nicht erklärt werden kann - weder durch organische Erkrankungen noch durch lebensgeschichtliche Umstände. Auch psychische Probleme, insbesondere Depressionen, können Ausdruck der Atemaussetzer sein.

Bei der Erkrankung kommt es im Schlaf zu wiederholten Atempausen, die aber vom Patienten / der Patientin selber nicht bemerkt werden. Meist kollabiert der Rachen, die Atmung kommt kurzfristig zum Stillstand. Nicht selten merkt der Partner / die Partnerin an lauten Schnarchgeräuschen, daß etwas nicht in Ordnung ist. Manchmal kann auch ein schwer zu behandelnder Bluthochdruck ein Hinweis für die nächtlichen Atempausen sein.

 

Welche Folgen hat die Erkrankung? Was kann man dagegen tun?

Die Folgen unbehandelter Atmungsstörungen im Schlaf sind unterschiedlich und vielfältig: Erhöhte Gefahr für Schlaganfall, Herzinfarkt, erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr. Auch Depressionen können auftreten, und das, obwohl der Betroffene gar nichts von seinen nächtlichen Atemaussetzern ahnt.

 

Woher weiß ich, ob ich für diese Untersuchung in Frage komme?

Im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen kann ich die unterschiedlichen Beschwerden zuordnen und entscheiden, ob eine schlafbezogene Atmungsstörung wahrscheinlich ist. Sie bekommen dann einen Termin für eine nächtliche Messung zu Hause. Das mobile Gerät ist ganz einfach anzulegen und zeichnet geräuschlos die nächtliche Atmung und Sauerstoffsättgung auf. Die Auswertung erfolgt innerhalb einer Woche.

 

Wie geht es weiter, wenn etwas festgestellt wird?

Liegen tatsächlich nächtliche Atemaussetzer vor, sollte eine Therapie erfolgen - nicht nur, um das eigene Befinden zu verbessern, sondern auch um die oben genannten Folgeschäden zu vermeiden. Die therapeutischen Möglichkeiten werden dann stationär in einem Schlaflabor umgesetzt. In Frage kommen grundsätzlich nächtliche Maskendruckbeatmung, angepasste Biss-Schiene, Lagerungstherapie und vereinzelt auch Hals-Nasen-Ohrenärztliche Eingriffe.

 

Sollten Sie unter den genannten Beschwerden leiden oder Ihr Bettpartner/Bettpartnerin nächtliche Atemaussetzer oder starkes Schnarchen beobachten, sprechen Sie mich an.

Normalbefund: Auszug aus einer polysomnografischen Messung, hier über 5 Minuten. Von oben nach unten: Sauerstoffsättigung des Blutes in Prozent; Atemflusskurve (jede Zacke = 1 Atemzug), Brustkorb- und Bauchbewegungen. Jede Bewegung von Brustkorb und Bauch führt zu einem Atemzug.

Obstruktive Schlafapnoe, hier über 10 min dargestellt. Während die Bewegungen des Brustkorbes (Tho) durchgängige Atembemühungen anzeigen, kommt es durch Kollaps im Bereich des Rachens wiederholt zu kompletten Stillständen des Atemflusses und in Folge schweren Sauerstoff-Entsättigungen im Blut

Zentrale Schlafapnoe: Hier kommt es zu echten Atemstillständen, das heißt zu wiederholten kompletten Aussetzern des Atemantriebes; keine Bewegungen von Brustkorb und Bauch, kein Atemfluss, mit Folge wiederholter Sauerstoff-Entsättigungen im Blut.